Weiße Smoothies

Lubrikator oder weiße Smoothies – Was ist dran, was ist drin?

Haben Sie schon mal den Begriff Lubrikator gehört? Das ist die andere Bezeichnung für weiße Smoothies und bedeutet „Schmiermittel“. Der Ernährungsexperte Christian Opitz hat dem Getränk mittlerweile zu einiger Bekanntheit verholfen. Zentrale Zutat im weißen Smoothie sind rohe gesättigte Fettsäuren. Warum das so ist und was alles in den weißen Smoothie gehört – das erfahren Sie jetzt.

Wer hat’s erfunden?

Befreite Ernährung

Christian Opitz gibt in seinem Buch Befreite Ernährung eine Praktische Anleitung zur Wiedererweckung der eigenen Körperinstinkte.

Der frühere Zahnarzt Weston Price fand bei Forschungsarbeiten heraus, dass die weltweit gesündesten Naturvölker etwas gemeinsam haben: den Verzehr von rohen gesättigten Fettsäuren. Diese Menschen erreichten häufig das stattliche Alter von 100 Jahren und mehr, kannten keine „üblichen“ Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs und erfreuten sich bis ins hohe Alter bester Gesundheit und Fitness.

Diese Infos nahm Christian Opitz in seinem Buch „Befreite Ernährung“ auf und „erfand“ den Lubrikator. Uns persönlich gefällt der Begriff „Weiße Smoothies“ besser. Er klingt nicht so technisch, sondern noch etwas einladender und verlockender. Den Gesundheitswert eines weißen Smoothies machen die verwendeten rohen gesättigten Fettsäuren aus. Nun wird allgemein immer wieder vor genau diesen „bösen“ Fetten gewarnt. Da es über Fette viele widersprüchliche Meinungen gibt, möchten wir im Folgenden einige kurze Infos loswerden:

Gute Fette, schlechte Fette

Die wirklich schädlichen Fettsäuren sind die Transfette. Dabei handelt es sich um eine Untergruppe der ungesättigten Fettsäuren – diese haben also nichts mit gesättigten Fetten zu tun. Transfettsäuren entstehen in industrieller Fettverarbeitung und sind beispielsweise in Fertigprodukten wie Chips, Pizzen, Pommes, Süß- oder Backwaren enthalten. Diese Fette können viel Schaden im Körper anrichten. Zudem können sie regelrecht süchtig machen und bremsen gleichzeitig die Fettverbrennung – anders ausgedrückt: Sie machen dick.

Über gesättigte Fettsäuren gibt es unterschiedliche Studien, die sowohl ein negatives als auch ein positives Licht auf diese Fette werfen. So gehen auch die Meinungen, ob diese das Cholesterin in die Höhe treiben, auseinander. Einig ist man sich wohl, dass gesättigte Fette bei Hitze nicht so schnell oxidieren wie ungesättigte Fettsäuren. Für uns ist auch nachvollziehbar, dass die in tierischen verarbeiteten Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst, Käse, Butter etc. enthaltenen gesättigten Fettsäuren nicht die Gesündesten sind.

Im Smoothie bevorzugen wir ohnehin alles, was roh ist – so auch die ROHEN gesättigten Fettsäuren. Auch Ernährungsexperte Christian Opitz legt darauf großen Wert. Er ist davon überzeugt, dass die Fette viele ihrer wertvollen Eigenschaften nur im rohen Zustand besitzen. Außerdem empfiehlt er folgende optimale Fettzufuhr in der täglichen Ernährung: Ein hoher Anteil an rohen gesättigten Fettsäuren und eine geringe Menge an Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren. Wir möchten noch hinzufügen: Diese möglichst im als optimal bezeichneten Verhältnis von 1:3. Zu meiden sind in jedem Fall alle gehärteten und anderweitig chemisch verarbeiteten Fette.

5 Gründe für rohe gesättigte Fette

  • Als erstes sticht ins Auge, dass rohe Fette in vielerlei Hinsicht der menschlichen Natur ähneln. So ist die in der Kokosnuss enthaltene Laurinsäure ein wichtiger Bestandteil der Muttermilch. Die Fett- und Aminosäurestrukturen in rohen Eiern erinnern stark an die im menschlichen Gehirn.
  • Erfahrungswerte zeigen, dass die rohen gesättigten Fettsäuren die natürliche Fähigkeit in unserem Körper wiederherstellen bzw. verbessern, Wasser aufzunehmen und in die Zellen zu transportieren. Das ist enorm wichtig für viele Körperfunktionen und dafür, dass Sie sich gesund und leistungsfähig fühlen.
  • Es wird stark vermutet, dass die rohen gesättigten Fette entscheidend dafür sind, damit unser Körper die wichtigen essentiellen Fettsäuren optimal für sich nutzen und teilweise sogar selbst produzieren kann.
  • Die rohen gesättigten Fette entgiften Ihren Organismus auf sehr sanfte und gründliche Weise. Sie haben die Fähigkeit, die meist fettlöslichen Gifte sehr stark an sich zu binden und kontinuierlich über den Darm aus Ihrem Körper zu befördern.
  • Außerdem tragen sie offensichtlich dazu bei, dass der Heißhunger auf ungesunde Fette vergeht. Das liegt laut Christian Opitz daran, dass die rohen gesättigten Fettsäuren für eine zelluläre Sättigung sorgen. Unser Körper fühlt sich damit einfach gut versorgt und giert nicht mehr nach Fastfood und Süßem.

Die wichtigsten Zutaten für weiße Smoothies

Die Lieferanten der gesättigten Fette sind natürlich Hauptbestandteil eines Lubrikators. Achten Sie auch hier – wie Sie es übrigens bei all Ihren Lebensmitteln tun sollten – auf hochwertige Bio-Qualität:

Rohe Eier: Zugegeben – wir waren davon erst nicht so begeistert. Irgendwie saßen die Gedanken „Salmonellen“ und „Cholesterin“ im Hinterkopf fest. Doch dann haben wir recherchiert: Rohe Eier besitzen ein äußerst günstiges Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Wie schon erwähnt, ähnelt die Zusammensetzung roher Eier der unseres Gehirns. Außerdem sorgen sie dafür, dass ein bestimmter Neurotransmitter aktiviert wird, welcher die Impulse zwischen Muskel und Nerv überträgt. Nicht umsonst essen viele Bodybuilder am liebsten „kiloweise“ rohe Eier 😉 Was die Salmonellen betrifft: Achten Sie vor allem auf frische Produkte und wenn es eklig-stinkig riecht beim Aufschlagen, bitte NICHT in den Smoothie geben.

Rohmilchbutter: Sie wurde nicht pasteurisiert und stammt im Idealfall von artgerecht gehaltenen Kühen. Auch Rohmilchbutter hält die wertvollen ungesättigten Fettsäuren Omega-3 und Omega-6 im idealen Verhältnis für Sie bereit. Zudem regeneriert sie Gehirn- und Nervenfunktionen und sie macht den weißen Smoothie besonders schön cremig. Allerdings ist eine „g’scheite“ Rohmilchbutter nur schwer zu bekommen. Außerdem sollten Sie stets auf Nummer Sicher gehen, dass das Produkt auch wirklich roh ist und nicht etwa bei hohen Temperaturen verarbeitet wurde.

Kokosöl

Kokosöl, beliebte Zutat im weißen Smoothie / Lubrikator

Kokosmus oder Kokosöl: Das sind wohl die beliebtesten Zutaten im weißen Smoothie. Es gibt erfreulicherweise inzwischen zahlreiche Kokosmus und Kokosöl Rezepte kostenlos im Internet. Wofür Sie sich entscheiden, ist letztlich Geschmacksache. Tipp: Sie können genauso gut Kokosraspeln in den Hochleistungsmixer werfen, der bekommt bekanntlich alles klein ;). Das ist jedenfalls die günstigste Variante. Kokosöl bzw. -fett kostet schon mehr und Kokosmus ist preislich gesehen an der Spitze. In jedem Fall sind die gesundheitlichen Vorzüge der Kokosnuss enorm. Sie stärkt die Abwehrkräfte, fördert die Verdauung, und kurbelt Ihre Ausdauer und Energie an. Kokosfett wird nur selten im Fettgewebe eingelagert und kann deshalb bei der Gewichtsabnahme helfen.

hanfsamen

Hanfsamen als Powerfood für unseren Smoothie

Hanfsamen: Es heißt, dass Hanf die einzige Ölsaat mit einem ausgewogenen Omega-3- Omega-6-Verhältnis sei. Für viele Veganer sind rohe geschälte Hanfsamen eine hervorragender Ei-Ersatz. Zudem soll Hanf deutlich mehr Vitamin B2 als die meisten Fleischprodukte enthalten. B2 unterstützt u.a. den Muskelaufbau. Auch die verschiedenen enthaltenen Aminosäuren sind äußerst wertvoll für unseren Körper – z.B. für die Entgiftung und das Wachstum der Muskeln.

Avocado: Sie enthalten u.a. Omega-9-Fettsäuren und jede Menge gesunde Ballaststoffe. Außerdem versorgen sie unsere Gehirnzellen und Nerven mit Energie u.v.m. Als einzige bekannte Frucht enthält die Avocado Vitamin D. Zudem ist sie reich an essentiellen Aminosäuren. Im weißen Smoothie sorgt sie für samtige Cremigkeit und trägt zu dessen Sättigung bei.

Nüsse und Mandeln: Auch sie enthalten jede Menge gesunde rohe Fette. Vor deren Verwendung im weißen Smoothie empfiehlt sich, diese über Nacht in Wasser einzuweichen, damit Sie diese besser verdauen und verwerten können. Wir sind übrigens ein großer Fan von rohem Mandelmus. Das gibt es entweder zu kaufen – ist allerdings nicht gerade billig – oder Sie können Mandelmus selber machen. Mandelmus macht den weißen Smoothie extrem sämig und schmeckt absolut lecker.

Früchte: Hiervon können Sie in den weißen Smoothie geben, was Ihnen schmeckt und wonach Sie gerade Appetit haben. Beeren sorgen für eine fruchtige Note, andere Früchte wiederum wie Birnen, Mangos oder Ananas bringen (exotische) Süße hinein.

Weiße Smoothies zubereiten und genießen

Nun haben Sie also – neben den grünen Smoothies – noch mehr Möglichkeiten, sich gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Der weiße Smoothie ist – wie sein großer „grüner Bruder“ ebenfalls ein eigenständiges Essen. Sie können ihn zusätzlich aufpeppen mit Superfoods wie Goji-Beeren oder Chia Samen. Am besten genießen sie ihn auf nüchternen Magen und halten mehrere Stunden Abstand zu anderen Mahlzeiten. Dann entfaltet der weiße Smoothie sein ganzes Potential. Satt macht er durch die enthaltenen Fette allemal.

Weiße Smoothies Rezept

Das gilt natürlich auch für das abschließende Smoothie Rezept. Wir haben eine vegane Variante gewählt, damit auch jeder etwas davon hat. Lassen Sie sich geschmacklich an eine Bar in der Karibik versetzen – wir wünschen gute „Geschmacks“Reise 😉

  • 3 EL Kokosmus
  • 2 EL rohe geschälte Hanfsamen
  • 1 EL Mandelmus oder 1 EL über Nacht eingeweichte Mandeln
  • 1 Mango
  • 1 Banane
  • Saft einer halben Zitrone
  • etwas Kardamom
  • Wasser nach Bedarf hinzugeben

Einen sehr schönen Artikel zu weißen Smoothies samt leckerem Rezept finden Sie übrigens auch im Blog von Tina Groh.

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