Grüner Smoothie - do and don'ts

Vielleicht’s und No Go’s für den Grünen Smoothie

Grundsätzlich gilt natürlich: Jeder nach seinem Geschmack und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und so könnten Sie theoretisch alles in den Smoothie tun, wonach Ihnen der Sinn steht. Im Prinzip kommt es darauf an, was Sie mit dem Verzehr erreichen wollen:

  • einfach „nur“ genießen und zwischendurch Ungesundes ersetzen
  • sich satt essen und auf schnelle Weise eine Mahlzeit einnehmen
  • gesund ernähren und Krankheiten vorbeugen
  • Gesundheit verbessern und Heilung unterstützen

Vermutlich ist es – wie so oft – eine Mischung aus mehreren Gründen. Und jeder davon ist in Ordnung! Aber … (es gibt fast immer ein Aber 😉 ) … ist nicht alles davon im Sinne der Erfinderin*. Ein ursprünglicher Grüner Smoothie enthält Früchte, frisches Grün und Wasser – Punkt.

Allerdings sind wir der Ansicht, dass allzu viel Strenge und Verbote viele Menschen eher abschrecken. Und bevor diejenigen doch wieder zu Fastfood oder anderem Ungesunden greifen, ist ein „Kompromiss-Smoothie“ auf jeden Fall die bessere Lösung. Es gibt also Zutaten, die nicht hundertprozentig in den Smoothie passen. Diese können ihn aber – wenn wir ehrlich sind – bezüglich Sättigung und Geschmack bereichern.

Fette im Grünen Smoothie?

Häufig wird angenommen, dass einige Vitamine nur mit Zugabe von Fetten vom Körper aufgenommen werden können. Das stimmt nur dann, wenn es sich um Teilnahrungsmittel handelt. In den Smoothie dagegen kommt die ganze Frucht – wenn möglich mit Schale und Kernen. Hierin sind alle Nährstoffe enthalten, die notwendig sind, um von unserem Organismus vollständig verwertet zu werden. Oder haben Sie schon mal einen Hasen gesehen, der sich Öl auf seine Karotte getröpfelt hat? 😉

Manchmal kann zusätzliches Fett im Grünen Smoothie dessen Verträglichkeit schaden und die Verdauung erschweren. Das macht fetthaltige Lebensmittel dennoch interessant: Sie tragen zur Sättigung bei und schmecken teilweise sehr lecker. Auch die Konsistenz des Smoothies wird dadurch noch sämiger. Wenn Sie also die Zugabe von Fetten gut vertragen, können Sie das gerne ausprobieren – aber bitte nur gesunde Fette:

  • Macadamianuss, Walnuss, Haselnuss, Paranuss, Mandeln oder Cashewkern enthalten viel mehrfach ungesättigte Fettsäuren und nur wenig gesättigte Fettsäuren. Sie sind randvoll mit gesunden Nährstoffen – verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie pflanzliche Proteine gehören dazu.
  • Die Kokosnuss ist botanisch gesehen eine Steinfrucht. Aber nicht deswegen erhält sie eine Sondererwähnung, sondern wegen ihrer besonderen Inhaltsstoffe. Dazu gehört Selen in großen Mengen, welches unsere Zellen stärkt und wichtig für die Entgiftung des Körpers ist. Die in ihr enthaltenen mittelkettigen Fettsäuren normalisieren unsere Körperfettwerte und sollen sogar beim Abnehmen helfen.
  • Extra vorstellen möchten wir Ihnen außerdem Mandelmus in Rohkostqualität. Es enthält die ganze Mandel in unerhitzter, sprich unverarbeiteter Form – und schmeckt extrem lecker.
  • Zu den Samen gehören beispielsweise Sesam, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Mohn oder Hanf. Auch sie sind wertvolle Eiweißlieferanten und beinhalten viele gesunde Fette und weitere Vitalstoffe.
  • Die Avocado ist eine der wenigen Früchte, die Vitamin D enthalten. Außerdem liefert sie essentielle Aminosäuren in großen Mengen und enthält gesunde Ballaststoffe.
  • Bei den Ölen sollten Sie auf native, nicht raffinierte und kalt gepresste Produkte zurückgreifen. Auch die Bezeichnung „erste Pressung“ bedeutet hohe Qualität. „Sortenreines“ oder „reines“ Pflanzenöl enthält zu 100 % das Öl der Pflanze, die auf dem Etikett steht.

Zusatztipp: Weichen Sie Nüsse und Samen über Nacht ein – dann sind sie besser verträglich. Die pürierten Nüsse werden dann außerdem feiner.

Trockenfrüchte nur im „gerüttelt Maß“

Für einen extra süßen grünen Smoothie können Sie gelegentlich Trockenfrüchte verwenden. Dazu gehören beispielsweise Datteln, Feigen, Pflaumen, Aprikosen oder Rosinen. Trockenfrüchte sind reich an Mineralien wie Kalium, Magnesium und Eisen, natürlichen Fruchtaromen, Fruchtsäuren sowie Frucht- und Traubenzucker. Vitamine gehen bei der Trocknung teilweise verloren, während sekundäre Pflanzenstoffe hitzestabil sind.

Trockenfrüchte in Rohkostqualität wurden wesentlich schonender getrocknet. „Für Rohkost geeignet“ sind jene Trockenfrüchte, die unter 42 °C getrocknet wurden – was nicht von allen Anbietern beachtet wird. Hinzu kommt, dass bei einer maschinellen Entsteinung die Früchte häufig über diese Temperatur hinaus überhitzen. Steht auf dem Produkt „geschwefelt“, wurden die Trockenfrüchte mit Schwefel behandelt. Dabei werden bestimmte Enzyme im Obst zerstört. Wenn Sie Wert auf hohe Qualität legen, sollten Sie also das Etikett gut lesen und möglichst beim „Anbieter Ihres Vertrauens“ kaufen.

Allgemein wird empfohlen, Trockenfrüchte nur in kleineren Mengen zu essen – Anhaltspunkt sind weniger als 100g täglich. Der Hauptgrund dafür ist, dass sie schlicht und einfach aufgrund des hohen Zuckergehaltes den Zähnen schaden. Trockenfrüchte kommen in der Natur häufig mit reifen Früchten vor. Deshalb macht es Sinn, dass Sie diese Lebensmittel im Grünen Smoothie ebenfalls mischen – was ja meist der Fall ist.

Auch Trockenfrüchte werden besser verdaut, wenn sie über Nacht eingeweicht werden.

Sage du mir, ob du Kohlenhydrate hast …

… und ich sage dir, ob du in den Smoothie passt. Denn dadurch entscheidet sich, wie gut sich ein Gemüse mit den Früchten verträgt.

Zum Wurzelgemüse gehören beispielsweise Radieschen, Karotten, Kohlrabi, rote Beete und Pastinaken. Aufgrund des hohen Stärkegehaltes erschweren sie die Verdauung. Stärke gehört zu den Kohlehydraten. Da kohlehydrathaltige Lebensmittel von anderen Enzymen verdaut werden als Früchte, kann es bei der gleichzeitigen Verdauung von Kohlehydraten und Obst zur verstärkten Gasbildung im Darm kommen.

Es gibt auch Gemüse, das keine Stärke enthält. Das sind u.a. Gurken, Tomaten, Avocado, Paprika oder Staudensellerie. Dazu passen am besten Früchte mit wenig Fruchtzucker wie Äpfel, Beeren, Birnen, Kirschen oder Pflaumen.

Grüner Smoothie als „gesperrte Zone“

Es gibt Lebensmittel, die unserer Meinung nach nicht in den grünen Smoothie passen. Dazu gehören unreife Früchte. Diese enthalten mehr Stärke und weniger Zucker und sind dadurch schwerer verdaulich. Kochsalz steht aus vielerlei Gründen auf unserer schwarzen Liste – darüber könnte man einen eigenen Beitrag schreiben. Wir empfehlen jedenfalls stattdessen Stein- oder Himalaya-Salz.

Auch Milchprodukte wie Molke, Buttermilch, Sahne oder Joghurt gehören aus unserer Sicht nicht in den Grünen Smoothie. Milchprodukte werden in den allermeisten Fällen sauer verstoffwechselt. Bei unserer ohnehin übersäuerten Gesellschaft sollte der grüne Smoothie nicht auch noch dazu beitragen. Außerdem sind Milchprodukte keine „rohen“ natürlichen Lebensmittel, sondern mehr oder weniger stark verarbeitet, homogenisiert, pasteurisiert oder ultrahocherhitzt. Wenn es unbedingt etwas „milchiger“ sein soll, greifen Sie lieber zu Kokos-, Hanf-, Reis- oder Nussmilch.

Sprossen von Hülsenfrüchten wie Bohnen, Erbsen oder Linsen behindern durch ihren Gehalt an Alkaloiden die problemlose Aufnahme der wertvollen im Smoothie enthaltenen Nährstoffe. Zum Glück können Sie auf jede Menge andere Sprossen bzw. Keimlinge ausweichen, beispielsweise aus Alfalfa, Amaranth, Kresse, Quinoa, Sesam oder Sonnenblumenkernen.

Smoothie-Rezept „Sahnige“ Himbeere

Übrigens: Auch die bereits erwähnte Erfinderin des grünen Smoothies macht bei ihren Rezepten manchmal Ausnahmen, obwohl sie grundsätzlich frische Zutaten empfiehlt. Ganz in diesem Sinne ist auch das heutige Rezept und passt hervorragend in den Winter, wo die Auswahl an frischem, einheimischem Obst nicht so groß ist:

  • 1 gute Handvoll Feldsalat
  • 2 Handvoll tiefgefrorene Bio-Himbeeren
  • 1 großzügiger EL Mandelmus
  • Ingwer nach Geschmack
  • Wassermenge nach gewünschter Konsistenz

 

* Die amerikanische Rohkostanhängerin Victoria Boutenko erfand den Grünen Smoothie, um ihrer Familie das Essen von „Grünzeug“ nahezubringen und damit diverse Krankheiten in den Griff zu bekommen. In ihrem Buch „Grüne Smoothies – lecker, gesund und schnell zubereitet“ (ISBN 978-3-939570-70-7) schreibt sie über die Anfänge und ihre Intentionen, gibt Tipps und liefert massenweise Rezepte.

Facebook Kommentare

Kommentare