Smoothies selber machen mit Kindern

Kinder mögen vielleicht kein Gemüse – aber Smoothies!

Wer Kinder hat, dem dürfte folgendes Szenario nur allzu bekannt vorkommen: Man hat sich lange Gedanken über eine ausgewogene Mahlzeit gemacht, frisches Gemüse gekauft, schonend gegart und den Tisch liebevoll gedeckt. Dann sitzt die Bande am Tisch und noch bevor überhaupt ein Löffel vom Gemüse auf dem Teller landet, verzieht der Große das Gesicht: „Iiiiiiiihh, was ist das denn??“ Man erklärt geduldig, was das ist und warum das so gut und wichtig ist. Interessiert die Kinder aber eigentlich nicht. Und auf die Bitte, doch „wenigstens einen Bissen zu probieren“, wird die Gabel angeekelt zum Mund geführt, so als ob die Möhre jeden Moment zum kinderfressenden Monster wird. Die kleine Schwester, die sonst eigentlich alles isst, hat plötzlich den gleichen Gesichtsausdruck und schiebt das Gemüse vom Teller. Die Stimmung ist dahin – bei den Eltern, weil die ganze Mühe umsonst war und bei den Kindern, weil ihnen ein so furchtbares Essen zugemutet wird. Und dabei sollte Ernährung doch vor allem eins: Spaß machen. Und gesund sein.

Finden Kinder Smoothies „cool“?

Smoothies können beides: Sie strotzen vor Vitalstoffen und sie machen Spaß – bei der Auswahl der Lebensmittel den Markt erkunden, zusammen schnippeln, das Mixen selbst und dann die eigene Kreation mit einem dicken Strohhalm schlürfen. Klingt vielversprechend oder? Aber keine Theorie ohne Praxis. Deshalb haben wir den Selbstversuch in der heimischen Küche gewagt. Ein sieben- und ein zweijähriges Kind zusammen mit zwei Erwachsenen, sehr viel Obst, Gemüse, einem Hochleistungsmixer und – jede Menge Erkenntnisse.

Seit heute sind wir stolze Besitzer eines Omniblend V, der jetzt unübersehbar in der Küche steht. Auch, wenn ich mir beim Design etwas mehr Design gewünscht hätte, tut die Optik seine Wirkung, als der Große von der Schule kommt. Julius, sieben Jahre alt, in seiner Nahrungsauswahl sehr anspruchsvoll, immer wissbegierig und neugierig auf Neues, sieht den Smoothie-Mixer sofort: „Was ist das denn“, fragt er mit großen Augen. Ich erkläre es ihm und verkünde, dass wir ab jetzt Smoothies selber machen können. Smoothies kennt er: „So, wie die von McDonalds? Cool!“ Ja…so ähnlich…

Kindgerechter Bananen Mango Smoothie

Kindgerecht: Selbst gemachter Bananen-Mango-Smoothie, Photo: Catharina Siemer, smoothie-mixer.de

Er ist begeistert und will sofort loslegen. In weiser Voraussicht haben wir ein buntes Repertoire an frischem Obst und Gemüsesorten eingekauft. Für den Anfang bestimme ich als Mutter noch was hinein kommt: Mango, Banane, 1/2 Gurke, Apfel, Feldsalat und Wasser. Wenige Zutaten und süßes Mixgut dabei mit der Banane und der Mango. Julius hilft beim Schnippeln. Dafür haben wir ihm ein extra Kindermesser gekauft. Und mit seiner eigenen, coolen schwarzen Kochschürze wird er zum Chefkoch. Dann geht es ans Mixen. Als ich den Feldsalat in den Mixbehälter werfe, guckt er skeptisch. „Für die grüne Farbe – sieht lustig aus“, behelfe ich mir. Akzeptiert. Immerhin.

Das Mixen selber findet der große Klasse. Knöpfe drücken sowieso, was beim Omniblend V zum Glück der Fall ist. Dann die Kostprobe: Ich halte die Luft an und drücke beide Daumen: „Und wie schmeckt’s dir?“ Als Antwort kommt ein „Hmmm, lecker“ zwischen zwei großen Schlucken. Puh, Glück gehabt. Dem Kleinen ist anfänglich die ungewohnt dickflüssigere Vitaminbombe noch etwas suspekt. Dafür isst er sehr vorbildlich die Apfelschnitze. Und Julius freut sich, dass er das Glas seines Bruders auch noch trinken darf.

Was mich dann erstaunt und beglückt ist Julius‘ Frage nach dem Abendbrot: „Können wir wieder Smooooosssies machen?“ Aber klar können wir. Diesmal darf auch Julius auswählen, was in den Smoothie-Mixer kommt. Er entscheidet sich für Birne, Apfel und Weintrauben. Das Ganze veredeln wir mit Zimt und etwas Agavendicksaft. Beides steht bei Julius zurzeit sehr hoch im Kurs. Ab in den Mixer und mit etwas Wasser aufgefüllt. Das Mixen ist wie schon am Vortag das Highlight. Die Kostprobe: Treffer. „Papa, das schmeckt richtig gut!“, brüllt er durchs Haus. Wir verteilen den Smoothie auf Gläser und garnieren jedes Glas mit einem extradicken Strohhalm. Julius sucht kichernd die Farbe für jeden aus – pink für Papa. Und sogar der kleine Bruder lässt sich nun vom Smoothie-Boom anstecken und trinkt, verdünnt mit zusätzlichem Wasser, mit.

Das Update für den Möhrenbrei

Von der Beikost kennen wir es ja bereits: Allerhand Gemüse wird – gekocht oder später teilweise in rohem Zustand – purüiert und als Babybrei gefüttert. Der gewöhnt das Kleinkind an Gemüse, an unterschiedliche Geschmäcke und Konsistenzen. Auch die Zerkleinerungsarbeit für Gemüsebrei gelingt im Mixer kinderleicht; die Klassiker unter den „ersten“ Brei-Gerichten sind sicherlich der Möhrenbrei für Kinder (hier mehr dazu) sowie der Brei aus gekochten Kartoffeln. Und weil man im Laufe der Zeit ganz von selbst die Zutaten variiert und ergänzt, ist es nicht weit bis zum ersten Smoothie für das Baby.

Smoothies und Kinder – ein spaßiges Vergnügen

Da geben wir ausnahmsweise einmal schlauen Ratgebern recht: Smoothies sind für Kinder wirklich ein großer Spaß. Und genau das ist bei den Kids von vorrangiger Bedeutung: Das Essen muss Spaß machen und cool sein. Es bringt ihnen nichts, wenn man ihnen erklärt, dass sie sich aus verschiedensten Gründen gesund mit nährstoffreichem Blattgemüse ernähren müssen – das ist zu abstrakt. Und das Wort „gesund“ ist für sie etwa so attraktiv wie alte Socken. Kinder leben im Hier und Jetzt. Und genauso sollten wir auch mit dem Essen umgehen, damit es nicht zum Kampf am Esstisch wird. Kinder wollen auch mit einbezogen werden in den Prozess der Essenszubereitung: Das fängt bei der Auswahl und Einkauf der Lebensmittel an, geht über die Vorbereitung bis hin zum Verzehr. Dabei darf ruhig experimentiert werden – auch solche Kombinationen, die schief gehen, sind erlaubt. Die Kids lernen unglaublich viel und kein Kind würde zugeben, dass es seine eigene Smoothie-Kreation nicht mag. Im Gegenteil: Was man selber im Mixer zubereitet hat, macht stolz. Das schmeckt natürlich tausendmal besser, als die dampfgegarten Möhren von Mama.

Und zu guter Letzt ist die Zubereitung eines Smoothies einfach und schnell, was in Anbetracht der oft sehr vollen Tage mit Schule, Judo, Gitarrenunterricht, Hausaufgaben, Freunde und zwei berufstätiger Elternteile ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist.

Unser Smoothie Experiment war also ein voller Erfolg, so dass wir das Mixen gesunder Smoothies auf jeden Fall auch weiterhin mit den Kindern zusammen verfolgen werden.

Zwei weitere Smoothie-Rezepte für Kinder

Mango Birnen Smoothie

Selbst gemachter Bananen-Mango-Smoothie, Photo: Catharina Siemer, smoothie-mixer.de

Basis-Rezept für Anfänger

Bananen-Erdbeer-Smoothie

  • 1 Banane
  • 5-10 Erdbeeren
  • 2 Kiwi
  • Wassermenge je nach gewünschter Konsistenz

Smoothie-Rezept für Fortgeschrittene

Grüner Mango-Birnen-Smoothie

  • 1 Mango
  • 1 Birne
  • 1 Orange
  • 1/2 Avocado
  • 1 Handvoll Feldsalat
  • Wassermenge je nach gewünschter Konsistenz

Photos: Catharina Siemer

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