Ungesunder Smoothie

Smoothies sind ungesund und schädlich!

In letzter Zeit war vermehrt in Presseberichten und TV-Sendungen davon die Rede, dass Smoothies bei weitem nicht so gesund seien, wie allgemein angenommen (hier ein aktuelles Beispiel). Also doch keine Unsterblichkeit und ewige Jugend aus dem Mixer? Ja, ich war genauso schockiert wie Sie! 🙂

Für immer jung mit Smoothies

Ewiges Leben mit Smoothies?

Es ist wie bei so vielen Trends: Nach der ersten Phase, in der fast jeder auf den Zug aufspringt, werden irgendwann die kritischen Stimmen immer lauter, denen Hypes sowieso verdächtig vorkommen. Also schaut man genauer hin und stösst auf die Versprechen der Lebensmittel- und Küchengeräte-Industrie, die natürlich an vorderster Front auf der Welle mit surfen.

Wie steht es denn nun um unsere Smoothies? Es wird Sie überraschen, dass Sie ausgerechnet auf smoothie-mixer.de jetzt zu lesen bekommen:

Ja, Smoothies sind ungesund und schädlich! Wenn…

Richtig ist: Ganzfruchtgetränke, also Smoothies, können einen Teil beitragen zu einem gesunden und ausgewogenen Lebensstil. Allerdings können diese positiven Effekte auch abgeschwächt oder gar ins Gegenteil verkehrt werden, wenn man bestimmte Fehler macht. Die aus meiner Sicht häufigsten Fehler habe ich Ihnen hier mal zusammengestellt.

Nummer 1Wenn Sie sich vor Allem vom Smoothie-Regal im Supermarkt bedienen

Viele Veröffentlichungen im Fernsehen und in Zeitschriften beziehen sich auf Fertig-Smoothies, die es im Supermarkt zu kaufen gibt. Und wenn ich mich im Handel umsehe, fällt mir das mittlerweile sehr große Angebot an Smoothie-Produkten sofort auf. Die Zutatenliste gibt Aufschluss darüber, was hier teilweise verarbeitet wird: Fruchtsaft, Fruchtmark, Konzentrate, Aromen. Mit Stolz wird der Verzicht verkündet auf Konservierungsmittel und Extra-Zucker, was möglich wird durch „schonende“ Pasteurisierung und süße Fruchtkonzentrate o.ä.

Meine Meinung: Beim Smoothie geht es um die Frische und die Natürlichkeit der Zutaten. Gekaufte Produkte laufen diesem Prinzip zuwider, deswegen sind Sie für mich keinesfalls ein Ersatz für selbstgemachte Smoothies.

Fertiger Smoothie aus dem Supermarkt

Fertiger Smoothie aus dem Supermarkt

Der Vollständigkeit halber: Auch selbstgemachte Smoothies sind grundsätzlich weiterverarbeitete Produkte und damit weniger natürlich als frisch geerntetes Obst und Gemüse. Deswegen ist auch der nächste Punkt wichtig.

Nummer 2Wenn Smoothies die einzige Quelle für Obst und Gemüse sind

Smoothies sind eine praktische und zeitsparende Möglichkeit, sich Obst und Gemüse zuzuführen. Und ein Smoothie ist mitunter so nährstoffreich und sättigend, dass er auch mal eine Mahlzeit ersetzen kann, so wie bei mir das Frühstück. Gleichzeitig bringt uns eine vielseitige und abwechslungsreiche Ernährung mit möglichst natürlichen Zutaten aber so viele Vorteile für unser Befinden, dass Smoothies nicht die alleinige Quelle an Gemüse und Obst sein sollten.

Meine Meinung: Smoothies sind eine Ergänzung meiner Ernährung. Dabei leisten sie einen wichtigen Beitrag zu meiner Gesundheit. Nie verzichten würde ich aber auf eine vielseitige, ausgewogene Ernährung und die natürliche Nahrungsaufnahme das Kauens. Beim Obst schätze ich einen knackigen Apfel sehr, den ich auf normale Weise esse – immerhin habe ich ja auch noch gesunde Zähne und will, dass das so bleibt 🙂

Nummer 2Wenn Sie dauerhaft hauptsächlich nur Obst vermixen

Ein Smoothie besteht erstmal nur aus Obst – durch grüne Zutaten wie Blattgemüse oder Wildkräuter wird ein grüner Smoothie daraus. Während man am Anfang den Obstanteil zur Gewöhnung und aus geschmacklichen Gründen relativ hoch hält, sollte dieses Verhältnis früher oder später in Richtung Grün kippen. Obst enthält nämlich viel Zucker in Form von Fruktose und auch wenn dieser Zucker nicht in isolierter Form vorliegt, ist es wahrscheinlich sinnvoll, die Fruktosezufuhr gering zu halten. Immerhin konsumiert man über den Umweg Smoothie größere Obst-Mengen als man dies auf normalem Weg tun würde (siehe auch den nächsten Punkt).

Meine Meinung: Meine Smoothies bestehen mittlerweile zu 50-70% aus Grünzeug. Mein Körper hat sich daran gewöhnt und ich weiß mittlerweile auch, welches Grün ich mit welcher Obstsorte gut kombinieren kann. Nach der Einstiegsphase mit einem hohen Obstanteil, sollten Sie schrittweise den Grünanteil erhöhen bis mindestens die Hälfte des Smoothies aus Grün besteht.

Nummer 4Wenn Sie es übertreiben

Mit Smoothies kann man sich einfach und schnell relativ große Mengen an Obst und Gemüse zuführen. Das ist Fluch und Segen, denn für den Körper bedeutet die Frischkost auch eine Herausforderung.

Übergelaufener grüner Smoothie

Viel hilft nicht viel

Gerade Einsteiger sollten ihren Organismus langsam an Smoothies gewöhnen. Auch das natürliche Sättigungsgefühl wird durch Smoothies ein wenig ausgetrickst, darüber sollte man sich klar sein, und deswegen bewusst mit Smoothies umgehen.

Wenn Sie vier Äpfel und zwei Bananen zu einem Smoothie zubereiten, wird diese Menge in etwa zwei bis drei Gläsern entsprechen – das kann man durchaus trinken, zum Beispiel als Frühstück. Würden Sie die gleiche Menge Obst aber normal essen wollen, wären Sie wahrscheinlich nach dem zweiten Apfel schon gesättigt und würden zumindest eine gewisse Pause einlegen.

Meine Meinung: Das Beispiel zeigt, dass es bei der Ernährung um viel mehr geht als nur die reine Menge. Viele Prozess im Körper sind damit beschäftigt, die Nahrung optimal zu verwerten. Qualität geht vor Quantität. Übertreiben Sie es daher nicht und achten Sie auf Ihr Körpergefühl.
Und dass die Verdauung bereits im Mund beginnt, ist ebenfalls bekannt, beachten Sie also den nächsten Punkt.

Nummer 5Wenn Sie Smoothies trinken

Ja, richtig: Smoothies gehören nicht getrunken! Wie oben beschrieben sind am Prozess der Nahrungsaufnahme viele Prozesse beteiligt, die u.U. nicht gewöhnt sind an große Mengen Frischkost. Wer seinen Smoothie jetzt wie einen Saft herunterstürzt, überfordert seinen Organismus und dürfte sich regelmäßig mit dringendem Bedürfnis auf der Toilette wiederfinden 😉

Meine Meinung: Meinen Smoothie sehe ich wie eine Mahlzeit. Dem entsprechend sollte er langsam und bedacht konsumiert werden: Gerade am Anfang jeden Schluck einzeln und langsam einspeicheln. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper dann an die neue Nahrung und kann aus dem Vollen schöpfen.

Nummer 6Wenn Sie zu hohe Erwartungen haben

Smoothies werden Sie nicht von heute auf morgen „gesund“ machen, was immer das bedeutet. Smoothies allein heilen wahrscheinlich keine schweren Krankheiten und bringen auch nicht Ihr Körperfett zum schmelzen. Wenn Sie bisher ungesund gegessen und gelebt haben und daran nichts ändern, werden Sie durch einen Smoothie pro Woche nicht plötzlich zum Sinnbild für ein gesundes Leben.

Meine Meinung: Betrachten Sie alle Facetten Ihres Lebens und Ihrer Lebensgewohnheiten. Sehen Sie, dass der Smoothie nur einen Beitrag leisten kann zu einer ausgewogenen, gesunden Ernährung.

Ungesunde Smoothies: Mein Fazit

Wie das meiste andere auch sind Smoothies nicht per se gut oder schlecht. Es kommt darauf an, was man daraus macht und wie man sie in das eigene Leben und die Ernährung integriert. Das ist eigentlich nicht schwer, wenn man sich an ein paar Grundlagen hält und seinen gesunden Menschenverstand bewahrt.

Smoothies haben mein Leben und meine Ernährungsgewohnheiten nachhaltig verändert, mein Körpergefühl und meine Gesundheit verbessert. Dieser Nutzen ist für mich unbestreitbar und ich bin mir selbst Beweis genug 🙂 Ich kann Ihnen nur empfehlen, diese Erfahrungen selbst zu machen und sich dabei nicht verunsichern zu lassen.


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