Rot-Buche, Wildkräuter Lexikon

Rot-Buche

Die Rot-Buche gibt es schon sehr lange auf dieser Erde und um sie ranken sich zahlreiche Sagen und Geschichten. Das mag auch daran liegen, dass diese herrlichen Bäume sehr alt werden können und dabei mächtige Stämme und Kronen sowie bizarre Wuchsformen entwickeln. Den Germanen dienten Buchenstäbe mit eingeritzten, geheimnisvollen Zeichen als Orakel. Heute sind uns davon noch die „Buchstaben“ und das „Buch“ erhalten. Die weite Verbreitung der Buchen zeigt sich auch in Form von Ortsnamen oder Sprichwörtern – aber Vorsicht, nicht alle davon stimmen. Der „gute“ Rat bei Gewittern: „Weiden sollst du meiden, Buchen sollst du suchen“ kann sogar lebensgefährlich sein. Denn wenn es blitzt und donnert, sollten Sie sich generell nicht unter einen Baum stellen.

Für Heilzwecke werden vor allem Rinde und Blüten von der Buche genutzt, die Früchte (= Bucheckern) kommen besonders häufig in der Küche zum Einsatz. Aber auch die Buchenblätter haben in der Heilkunde und auf dem Speiseplan – so auch im grünen Smoothie – durchaus ihre Berechtigung.

Allgemeine Informationen

  • Wissenschaftlicher Name: Fagus sylvatica
  • Pflanzenfamilie: Buchengewächse (Fagaceae)
  • Sammelzeit: Die jungen Blätter können Sie hauptsächlich im Mai sammeln, Buchenkeimlinge finden sich in März und April und die Früchte können im September geerntet werden. Die Rinde wird von gefällten Bäumen gewonnen, was hauptsächlich im Winter geschieht.
  • Orte: Die Rot-Buche gedeiht in ganz Europa bei klimatisch gemäßigten Bedingungen und in Höhen bis ca. 1700 Meter. Junge Bäume bevorzugen Schatten bis Halbschatten, während ältere Buchen mehr Sonnenlicht benötigen.
  • Inhaltstoffe: In den Bucheckern sind 25 % Eiweiß, 40 % Stärke, bis zu 45 % fettes Öl sowie Vitamin B6 und C, Fagin und Alkaloide enthalten. In der Rinde finden sich Gerbstoffe, in Rinde und Blüten soll Kreosot enthalten sein. Zu Inhaltsstoffen in den Buchenblättern finden sich keine Angaben, doch wir können davon ausgehen, dass darin – wie in allem „Grünzeug“ – Chlorophyll und Ballaststoffe sowie weitere gesunde Nährstoffe enthalten sind.
  • Verwendete Pflanzenteile: Für den Smoothie verwenden wir die jungen Buchenblätter sowie die Keimlinge.

Besonderheiten

Rohe Bucheckern sollten Sie möglichst nicht verspeisen, weil es sonst zu Unverträglichkeiten kommen kann. Geröstet allerdings sind sie gut zum Verzehr geeignet und können in Salate, zum Backen, als Gemüsebeigabe, Schnapseinlage oder Kaffee-Ersatz genutzt werden. Bucheckern schmecken leicht nussig und erinnern geschmacklich an Mandeln. Man kann aus Bucheckern auch Speiseöl gewinnen. Die weiche innere Rinde von gefällten Bäumen wurde früher in Streifen geschnitten und wie Nudeln zubereitet. Die jungen Blätter der Rot-Buche passen roh sehr gut in Salate und Gemüsegerichte – und natürlich auch in den Smoothie mit Wildkräutern. Ihr leicht säuerlicher Geschmack verleiht ihm ein angenehmes Aroma. Deshalb werden Buchenblätter auch zum Aromatisieren von Likör oder Limonaden genutzt. Rund um die Buchenbäume finden sich häufig gut sichtbare Keimlinge, die aus dem Boden sprießen. Auch diese können Sie roh verspeisen, wobei sie etwas schwer zu kauen und leicht nussig im Geschmack sind. Zudem können die Buchenkeimlinge als Antipasti würzig eingelegt und natürlich mit in den grünen Smoothie gegeben werden.

Rot-Buche für grüne Smoothies

Für grüne Smoothies können Sie die Buchenblätter und Keimlinge verwenden

Eigenschaften

Die Buche soll antibakterielle, hustenstillende, schleimlösende, fiebersenkende, entzündungshemmende, juckreizstillende, verdauungsfördernde, keimtötende und appetitanregende Eigenschaften besitzen.

Rot-Buche im Video

Anwendungsbereiche

In der Naturheilkunde wird aus der Buchenrinde Tee zur Fiebersenkung und Keimabtötung zubereitet. Zudem soll er Erkrankungen der Atemwege lindern. Mit Aufgüssen und Tees aus Rinde und Blüten der Rot-Buche werden zudem volksmedizinisch Atemwegsinfektionen behandelt. Buchenholzteer soll bei Hauterkrankungen die Entzündungen und den Juckreiz lindern. Das aus dem Holz destillierte Kreosotum-Öl wird in der Homöopathie gegen zahlreiche entzündliche Beschwerden eingesetzt. In verschiedenen Präparaten wird die Holzkohle aus der Buche gegen Krampfadern, Verdauungsschwäche sowie bei Herz-Kreislauf-Schwäche genutzt. Die Buchenblätter gelten als entzündungshemmend und wurden deshalb auf Geschwüre aufgelegt und bei Zahnfleischproblemen gekaut. Zudem behandelte man damit Blasen und Verbrennungen, Schwellungen und Erfrierungen der Haut.

Rot-Buche im Wald

Rot-Buche wird sowohl in der Naturheilkunde als auch in der Küche eingesetzt


Wichtiger Hinweis
Die Verwendung der Buche ist nicht für die Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder krankhaften Beschwerden bestimmt. Die hier niedergeschriebenen Angaben beruhen auf Überlieferung und langjähriger Erfahrung. In keinster Weise sollen eben diese Angaben eine Beratung durch einen Arzt ersetzen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte daher an Ihren Arzt oder Ihren Heilpraktiker.

Smoothie Rezept mit Rot-Buche

Verwenden Sie für das folgende Smoothie-Rezept optimalerweise einen Profi-Mixer oder zumindest einen Hochleistungsmixer, damit die faserreichen Zutaten möglichst fein und cremig zerkleinert werden.

  • 1 Handvoll junge Buchenblätter und Keimlinge (falls vorhanden)
  • 1 Salatherz (Romanasalat)
  • 5 Blätter Radicchio
  • ½ Ananas
  • 1 Handvoll Himbeeren
  • 1 süßen Apfel
  • 1 EL Kokosmus
  • Wasser oder Eiswürfel nach eigenem Geschmack

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